11.06.2015

Warum ich mich gegen AppleMusic entscheide

Seit fast zwei Jahren nutze ich einen bezahlten Spotify-Zugang. Ich bin sehr viel im Auto unterwegs und nutze Offline-Playlists, aber auch echtes Streaming Vor Spotify habe ich Napster genutzt. Allerdings zu einem Zeitpunkt, als es schon legal war und Napster der Plattenindustrie gehörte.

Parallel besitze ich noch einen iTunes Match Zugang, den ich allerdings inzwischen gekündigt habe. Bei iTunes Match wurden die Songs nicht gestreamt, sondern auf einzeln bei Bedarf heruntergeladen. Das war mir zu unflexibel und zu langsam. 

Heute habe ich nun meinen Spotify-Zugang gekündigt und werde neu überlegen, zu welchem Anbieter ich wechsle.

Auf der Hand liegt natürlich, jetzt wo Apple mit AppleMusic einen echten Streaming-Dienst anbietet, zu Apple zu wechseln. Bei genauerem Hinsehen, war die Entscheidung dann doch nicht mehr so offensichtlich.

Nahezu alle Streaming-Dienstleister bieten unterschiedliche Sound-Qualitäten an. Bis auf den mir bis vor kurzem nicht bekannten Anbieter Tidal liefern alle Streaming-Anbieter Audiodaten, die nicht verlustfrei komprimiert sind. Lediglich von Tidal gibt es verlustfreie Kompression (lossless audio). Die Musikdateien stehen dann im Free Lossless Audio Codec (FLAC) zur Verfügung.

Die Qualitätsunterschiede der Streaming-Dienste

Copyright Logo: TIDAL




unkomprimiertes FLAC, 1411 Kbit/s im Abomodell "Hifi" für 19,99 EUR pro Monat
komprimiertes  AAC, 320 Kbit/s im Abomodell "Premium" für 9,99 EUR pro Monat

Copyright Logo: Spotify






komprimiertes Ogg-Verbis-Format mit wahlweise 96 Kbit/s, 160  Kbit/s oder 320 Kbit/s
für 9,99 EUR pro Monat im Bezahlmodell

Copyright Logo: Apple
(bisher nicht bekanntes, komprimiertes Format , 256 Kbit/s für 9,99 EUR pro Monat

Bereits jetzt ist also klar: Apple wird qualitativ noch deutlich hinter Spotify zurückbleiben und ist damit aus meiner Entscheidung raus. Wem unklar ist, wie bedeutsam dieser Unterschied ist, dem empfehle ich, das Lieblingsstück mal mit 256  Kbit/s und im direkten Vergleich mit 320 Kbit/s auf einer vernünftigen Anlage oder im Auto zu hören. Ihr werdet den Unterschied bemerken! 

Ich werde nun also TIDAL ausgiebig testen und dann eine Entscheidung zwischen TIDAL Hifi und Spotify Premium treffen.

Hierbei werde ich mir auch anschauen müssen, inwieweit die Musikauswahl ausreichend ist, da ich auch viele deutsche Interpreten höre.

Nachtrag:
Nach einem ausführlichen Test, sowohl im Auto als auch zu Hause über meine Anlage habe ich mich gegen Tidal und für die 320 Kbit/s Variante von Spotify entschieden. Der Klangunterschied war bei einigen Stücken erahnbar, aber nicht so deutlich, dass 19,99 Euro pro Monat für das Titan-Streaming gerechtfertigt wären.  Nun musste ich noch entscheiden, ob ich für knapp 10 Euro pro Monat für die gleiche Qualität Spotify Premium oder Tidal nutze. Zwei Gründe bewegten mich, die Entscheidung zu Gunsten von Spotify zu fällen:

1. Die Musikauswahl bei aktueller Musik ist bei Spotify besser
2. Wenn ich von unterwegs streame, wird über meinen Telekom-Vertrag mein Datenvolumen nicht belastet.

Hier die Links zu den Anbietern: