16.04.2015

Auf Sascha Lobo hören und den Hintern hochbekommen

Vor wenigen Tagen hat unser Justizminister Heiko Maas der Vorratsdatenspeicherung einen neuen Namen gegeben. Sie heißt nun "Mindestspeicherfrist". An der Sache ändert sich nichts. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, können Kommunikationsdaten wie Telefon- und Internetdaten, sowie Standorte auf Vorrat gespeichert werden.


Noch im Dezember war Heiko Maas absoluter Gegner der Speicherung und twitterte: "#VDS lehne ich entschieden ab."


Nachdem sich Ende März Vizekanzler Sigmar Gabriel zu Wort meldete, betonte dieser dass er die Datenspeicherung will. Maas handelte und erarbeitete einen Gesetzentwurf, zur Vorratsdatenspeicherung. Der Minister war gekippt. Zumindest in seiner Meinung.

Funfact am Rande: Die FDP Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Vorgängerin von Heiko Maas, trat zurück als sie den großen Lauschangriff gegen ihre Überzeugung vorbereiten sollte. 

Die anlasslose Vorratsdatenspeicherung stellt einen unverhältnismäßigen Eingriff in unsere Rechte dar. Wir wissen aus Ländern wir Frankreich, dass eine Vorratsdatenspeicherung kein geeignetes Mittel darstellt, Terrorismus vorzubeugen. Der Nutzen ist minimal. Die Eingriffe in unsere Grundrechte sind hingegen enorm.

Potentielle Täter wissen in der Regel sehr genau, wie sie einer Vorratsdatenspeicherung mit kryptographischen Mitteln entkommen können. Ich als Bürger weiss dies in der Regel nicht.

Vor wenigen Tagen hat Sascha Lobo in seiner Spiegel-Kolumne zur Gegenwehr aufgerufen. Wir ändern allerdings nichts, wenn wir denken "das macht schon jemand". Wir müssen unsere gewählten Politiker dazu bringen, gegen den Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung zu stimmen. Jeder Einzelne von uns. 



So geht Ihr vor:
Sucht hier den für Eure Stadt zuständigen Bundestagsabgeordneten heraus.
Schreibt danach Euren Abgeordneten an und bittet ihn, gegen den Gesetzentwurf zu stimmen.
Hier habe ich einen Mustertext hinterlegt, den Ihr vermutlich noch anpassen oder abwandeln wollt.

Wie sang Wolfgang Niedecken vor einigen Jahren so schön:

"Arsch huh, Zäng ussenander"


15.04.2015

Was taugt der neue fireTV Stick von Amazon?

Seit gestern bin ich nun auch Besitzer eines Amazon FireTV Stick. Zugegebenermaßen war dies ein Spontankauf. In den ersten Tagen konnten Prime-Kunden den Stick für 19 Euro statt 39 Euro erwerben. Gefühlt benötigte ich eigentlich keinen weiteren Streaming-Stick, denn ich habe bereits das Apple TV und den Chromecast-Stick von Google im Einsatz. Aber bei diesem Preis siegte die Neugier. Nachdem ich den Stick gestern bereits ausgiebig testen konnte, fällt mir nun meine persönliche Einordnung recht leicht. Das Ergebnis ist überraschend....



Chromecast-Stick

Beginnen wir mit dem Google Chromecast Stick. Der Stick hängt bei mir an einem LED LCD in der Küche. Ursprünglich war er zum Streaming und als digitaler Bilderrahmen gedacht. Inzwischen nutze ich ihn nur noch als digitalen Bilderrahmen. Dies ist auch die Standardeinstellung, sobald man den Chromecast-Stick erstmals mit dem WLAN verbunden hat. Für die weitere Konfiguration benötigt man eine App, die sowohl mit Android-Geräten als auch mit iPhone oder iPad funktioniert. Ich habe einige private Google+ Bildergalerien für den Chromecast freigegeben. Somit werden im munteren Wechsel die schönsten Bilder weltweit und meine eigenen Bilder auf dem Monitor wiedergegeben. Funktioniert prima und sieht super aus. Video-Streaming wäre über das Smartphone möglich. Hier öffnet man z.B. die YouTube-App und streamt einfach zum Monitor. In der Praxis nutze ich -wie schon erwähnt- diese Funktion nicht.



Apple TV

Apple TV gehört seit vielen Jahren als Standard-Streaming Client in mein Wohnzimmer. Nach meiner Ansicht bietet Apple als einziger Anbieter echte HD Filme in voller HD-Auflösung. Jedenfalls ist ein deutlicher Qualitätsunterschied zum HD Streaming bei AmazonPrime erkennbar. Wenn ich also einen Film gegen Gebühr online "leihe" dann vorzugsweise über Apple TV. Ansonsten nutze ich das Gerät zur Wiedergabe und zur Verwaltung meiner Vimeo-Videos und zur Wiedergabe von Videos in meiner iMovie-Bibliothek. Eine wichtige Funktion des Apple TV funktioniert bei mir leider gar nicht: iTunes. Ich nutze iTunes iMatch und würde gerne meine Musiksammlung über die Cloud auf dem Apple TV empfangen. Offensichtlich ist die Bibliothek zu groß. Mehr als den Hinweis "Ihre Mediathek wird eingerichtet", konnte ich dem Apple TV bisher nicht entlocken. Da ich zu mehr als 80% öffentlich-rechtliche Fernseh-Programme schaue hätte ich mich über eine Freigabe der ARD und ZDF Mediatheken gefreut. Leider ist beides auf dem Apple TV nicht möglich.

FireTV Stick

Der FireTV-Stick hat mich sehr positiv überrascht. Der kleine Stick wird einfach in einen freien HDMI-Port gesteckt. Mitgeliefert wird übrigens auch eine kleine, praktische Fernbedienung. Im ersten Praxistest ist diese etwas performanter, als die Smartphone-App über die Fiter auch bedient werden kann. Nach der ersten Inbetriebnahme musste ich zunächst das WLAN Passwort eingeben. Logisch eigentlich. Danach wurde ich sofort mit meinem Namen begrüßt. Die Sticks werden also von Amazon personalisiert ausgeliefert. Der große Vorteil: Alles ist bereits fertig eingerichtet. Jeden Musiktitel jeder CD die ich jemals bei Amazon gekauft habe kann sofort im Bereich "Musik" wiedergeben werden. Als Prime-Kunde habe ich sofort Zugriff auf alle für Prime kostenfrei verfügbaren Inhalte wie Filme und Serien. Die öffentlich-rechtlichen Mediatheken werden unterstützt und können in Form einer App direkt am Bildschirm auf dem Stick installiert werden. Meinen Spotify-Zugang kann ich hier ebenfalls nutzen. Das die Videoqualität in den Mediatheken von ARD und ZDF nicht FullHD entspricht ist bekannt. Dies ist aber eher dem Inhalteanbieter als dem Streaming-Anbieter anzulasten. Der Stick zeigte die Inhalte der Mediatheken jedenfalls überraschend schnell an. Bei meiner eher bescheidenen 6000er Leitung hatte ich anderes vermutet. 

Auf dem Stick kann man übrigens auch Spiele-Apps installieren. Nunja....Da bin ich nicht wirklich die richtige Zielgruppe. :)



Fazit
Die eierlegende Wollmilchsau habe ich bisher nicht gefunden. Der FireTV-Stick macht aber echt Spass und wird von mir -insbesondere für die öffentlich-rechtlichen Mediatheken- genutzt. HD Leihfilme kaufe ich weiterhin bei Apple. Und der Chromecast darf weiterhin meinen Bilderrahmen befüllen.

02.04.2015

Das Ende des Erdmännchens - The next big Thing

Gestern war ich bei der Redaktionskonferenz des NEO-Magazin-Royal dabei und konnte Jan Böhmenmann über die Schulter schauen. Danach habe ich mir noch die Generalprobe angeschaut. Echt jetzt? Ja! War cool! Danach bin ich noch ein wenig durch die Altstadt von Barcelona geschlendert. Abends habe ich mir eine Karaoke-Bar in New York angesehen.



Innerhalb weniger Wochen landeten zwei Apps auf meinem Smartphone, von denen ich bisher nie gehört habe. Meerkat und Periscope. Beide Apps sind Live-Streaming-Apps und verwandeln den Nutzer in einen Broadcaster. Sie ermöglichen einen neuen, gefühlt sehr intimen Blick hinter die Kulissen. Der Zuschauer kann sich dabei einfach in einen Videostream einklinken, oder sogar benachrichtigen lassen, wenn ein Freund online geht und streamt.

Während Meerkat bereits etwas länger am Markt ist, wurde Periscope in den vergangenen Tagen aus dem Nichts auf den Markt geschossen. Periscope gehört zu Twitter. Als erste Amtshandlung wurde Meerkat dann auch von Twitter blockiert, um den eigenen Dienst weiter zu pushen. Meerkat wird sich nun einen neuen Partner (Facebook?) suchen müssen, um überleben zu können.

Der Suchtfaktor von Periscope und Meerkat ist jedenfalls riesig. Wer einmal einige Minuten mit der App um die Welt gereist ist, den wird das Fieber packen.








Faszinierend ist vor allem das Wissen, einem unmittelbaren, nicht inszeniertem Live-Video zuzuschauen. Mitten im Geschehen zu sein. Millionen von kleinen, autarken Kamerateams und Reportern werden künftig in der Welt unterwegs sein um banale, aber auch spannende, hochaktuelle Geschichten zu erzählen. 
Interessant wird sein wie Journalisten mit diesem Tool umgehen. Jan Böhmermann nimmt uns bereits mit in Teile der Redaktionskonferenz für das NEO Magazin Royal. Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr interviewte unlängst Peer Steinbrück und streamte das Interview live über Meerkat. Verbreitet wurde der Link zum Stream über Twitter. Und natürlich per Push-Mitteilung über die App selbst.


Bildquelle: Charles Sharp

Die Zuschauer können über einen Chat-Modus Fragen beisteuern und kommentieren oder Herzchen verteilen, indem sie wild auf das Handy trommeln wenn ihnen etwas gefällt.


Während bei Meerkat der Stream nach dem Senden verschwunden ist, bietet Periscope dem Broadcaster die Möglichkeit, das Video noch 24 Stunden zeitversetzt anzusehen. Diese Videos sind dann mit einem Play-Button versehen.


Ich bin nun sehr gespannt, wann die linearen Medien den Trend aufgreifen und bei akuten Ereignissen bei der Erstberichterstattung nicht auf den Übertragungswagen warten, sondern den Reporter per Periscope zuschalten.

Und hier bekommt Ihr die Apps:

Merkaat für iOS