28.03.2015

Warum ich mich gegen das GorillaPod entschieden habe

Wie oft habe ich mich schon geärgert, dass ich für ein spontanes Dämmerungs-Foto zwar die Kamera, aber kein Stativ dabei hatte. Und so manches mal habe ich mich geärgert, wenn ich meine ine Kamera, aber nicht mein Stativ mitnehmen durfte. 

Zuletzt ging es mir so bei der Ausstellung von Christo im Gasometer Oberhausen. Die Spiegelreflex durfte rein, Stative waren verboten. Natürlich habe ich mich ziemlich geärgert, denn ich konnte nicht ein vernünftiges Foto schießen. 


Inzwischen fahre ich zumindest immer ein normal großes Stativ im Kofferraum spazieren und war oft froh es dabei zu haben, wenn ich mal eben schnell die blaue Stunde auf einer der vielen Halden im Ruhrgebiet nutzen wollte.


Anfang des Jahres habe ich dann begonnen, mich mit Mini-Stativen zu beschäftigen. Die Auswahl ist ziemlich groß. Aber die meisten Stative sind zu schwach und eher für kleinere Kameras geeignet. Meine 70D wiegt mit meinem Standard-Objektiv allerdings schon etwas mehr als 1,5 kg.

Mein Ziel war es ein Stativ zu finden, das klein genug ist, um es mals eben in die Fototasche packen zu können, oder es unkompliziert am Gürtel zu befestigen. Ich wollte unbedingt näher an den Boden, als dies bei ausgewachsenen Stativen der Fall ist. 30 cm Bodenhöhe sind manchmal einfach zu viel. Dennoch sollte es in einem gewissen Rahmen ausziehbar sein.


Kurzum: Nach längerem Sichten und Vergleichen blieben eigentlich nur zwei Stative übrig, die ich in die nähere Auswahl genommen habe: Das M-5 Mini von Rollei und das GorillaPod von Joby. Wobei letzteres natürlich nicht ausziehbar ist.

GorillaPod (Bildquelle: Joby)


GorillaPods besitze ich bereit zwei. Allerdings nutze ich sie eher, wenn ich mit der GoPro oder eine ruhige Szene mit dem Smartphone filmen möchte. Mit der Zeit sind die Kunststoff-Gelenke auch etwas ausgeleiert. Ich habe mir die größere Variante dann nochmal im Fotogeschäft angesehen, war aber irgendwie nicht zu 100% davon überzeugt, dass das Stativ dauerhaft sicher meine Spiegelreflex trägt. 


Das M-5 habe ich schließlich bei Amazon bestellt. Nach mehr als zwei Monaten Lieferzeit, kam dann heute endlich das Paket an. In den kommenden Wochen werde ich ausführlich testen, wie praktisch es im Alltag ist. Doch hier mein erster Eindruck nach dem Auspacken:


Das ganze Stativ wirkt sehr robust und solide. Es besteht aus Aluminium. Alle Bauteile sind passgenau. Kunststoff wurde so gut wie nicht verarbeitet. Der Kugelkopf wirkt sehr massiv. Insgesamt wiegt das Stativ da. 700 g. Es lässt sich bis auf 12 cm herunterfahren. Die Beine kann man natürlich ausziehen. Dann schafft das Stativ eine Höhe von 42 cm. Irgendwie genau das, was ich gesucht habe. Die Mittelsäule lässt sich interessanterweise komplett herausnehmen, wenn man den unteren Verschluss der Säule abschraubt. Der Verschluss enthält wiederum ein eingefrästes Gewinde. Somit könnte man die komplette Mittelsäule auch auf ein größeres Stativ schrauben. 








Nachdem das Stativ mit eingefahrenen Beinen und montierter Kamera einen standfesten Eindruck macht, habe ich es auf die volle Länge ausgefahren. Und dann die Überraschung: Nix wackelt. Alles steht perfekt stabil. Die Kamera wirkt vor allem kippsicher. Das ist ja nicht ganz unwichtig. Scheint zu rocken, das Teil. 



Mit dabei war übrigens eine kleine Stativtasche, die man am Gürtel befestigen kann. Das werde ich mal testen und ergänzende Informationen hinterlassen, wenn ich alles es eine Weile im Einsatz habe.



Das M-5 wird vom chinesischen Hersteller FotoPro produziert. In Deutschland hat bis vor kurzem Bilora dieses Stativ unter dem Namen Twister Pro Mini zu einem Preis von 130 Euro angeboten. Inzwischen wird es baugleich von Rollei für 85 Euro unter dem Namen M-5 Mini verkauft.